EKHN
Evangelische Christuskirche Bingen
Dromersheimer Chaussee 1   #   55411 Bingen am Rhein   #    Anreise
Verweise Taufe Konfirmation Trauung Bestattung Besinnliches
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Christuskirche

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Kirchenraum
360 Grad Innenansicht

Die Orgel:
Die 1965 von der Firma Bosch, Kassel, erbaute Orgel hat zwei Manuale und folgende Register: 1. Holzgedakt 8'; 2. Rohrpfeife 4'; 3. Nasat 2 2/3'; 4. Prinz 2'; 5. Terzian 4/5'; 6. Schwiegel 1'; 7. Zimbel 3f 2/3'; 8. Doppelkegel 8'; 9. Tremulant; 10. Pommer 16'; 11. Praestant 8'; 12. Spitzgambe 8'; 13. Oktave 4'; 14. Koppelflöte 4'; 15. Waldflöte 2'; 16. Mixtur 4-5f 2'; 17. Trompete 8'; 18. Koppel I/II; 19. Subbass 16'; 20. Offenbaß 8'; 21. Harfpommer 4'; 22. Großterzian 3f 1 3/5 2 2/3 2'; 23. Posaune 16'; 24. Pedal I; 25. Pedal II.
Die Orgel, Königin der Instrumente, weil viele in ihr nachgebildet sind: Posaune und Flöte, Zymbel und Gambe, nicht Herrin, sondern Dienerin des Wortes will die Gemeinde zum Singen ermuntern und dabei begleiten.
Die moderne Büdesheimer Kirche wirkt, wie auch die Kirchen früherer Jahrhunderte, vor allem durch den Raum. Die vorhandenen Kunstwerke wandeln nicht den Raum wie in der Zeit des Barock, sondern sind dienend eingeordnet. Dazu zählen die von dem Kölner Künstler Günther Lossow geschaffenen Türen und der Taufstein.
Das Altarkreuz:
Das Altarkreuz ist das Werk des Heidelberger Architekten Edwin Neyer, der auch das Turmkreuz geschaffen hat. Es ist eine Stiftung der Kirchengemeinde Bingen. Das Altarkreuz, eineinhalb Meter hoch und ebenso breit, ist aus Stahl geschweißt, an den Enden verzinnt und mit Messing bearbeitet. Die verdickten Enden des Kreuzes tragen die Symbole der Evangelisten.
Seit vielen Jahrhunderten ist es üblich, den vier Evangelisten, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, je ein Symbolwesen zuzuordnen, um sie damit zu erklären. Die vier Gestalten wurden dem Hesekielgesicht (Hes. 1) und der Offenbarung (Offb. 4, 6 f) entnommen: Matthäus (Engel, Mensch mit Flügeln); Markus (Löwe, Tier der Wüste); Lukas (Stier oder Ochse, Opfertier); Johannes (Adler, hoher Flug der Anbetung). Man sah im Menschen die Weisheit, im Löwen Mut und Kraft, im Stier, der das Joch trägt, Fügsamkeit und Geduld, im Adler Erhabenheit der Gedanken und Wünsche. Die Evangelistensymbole auf dem Altarkreuz erinnern uns daran, dass wir auf die Botschaft der Evangelisten, also auf die Botschaft Jesu Christi, angewiesen sind.
Das Kreuz, an dem Jesus starb, ist das Hauptsymbol der Christen. Es ist Sinnbild für die Verbindung von weit Entferntem (Himmel und Erde). Im Kreuz finden sich Raum und Zeit. Das Kreuz verbindet, vermittelt. Es macht aber auch deutlich, dass unsere zeitlichen Wünsche (Waagrechte) durch Gottes ewige Liebe (Senkrechte) durchkreuzt werden. Das Kreuz ist das Zeichen unserer Rettung und des Sieges Jesu über den Tod. Als Hauptsymbol hat es zu Recht seinen Platz im Mittelpunkt der Kirche.
Das Kreuz und auch die anderen Kunstwerke in der Büdesheimer Christuskirche Taufstein, Tauffenster und Eingangstüren mit den Bronzereliefs sagen uns: Gottes Geschichte kann man nicht nur hören, man kann sie auch sehen.
Hauptaufgabe dieser Kirche mit ihrem Turm und Glocken, Orgel und Kunstwerken bleibt, was Martin Luther in seiner Eröffnungspredigt in der Schlosskirche zu Torgau, die als erster evangelischer Kirchenbau errichtet und am 5. Oktober 1544 von Luther persönlich ihrer Bestimmung übergeben wurde, gesagt hat: ". . . dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein h eiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden durch unser Gebet und Lobgesang".
Tauffenster und Taufstein:
Nach fünfzehn Jahren begegnen mir die Bilder von der Taufe in der Bingen-Büdesheimer Kirche wie ein lange aufbewahrter Brief beim neuen Lesen. Sie reden mit mir, auch wenn sich meine persönlichen Fragen gewandelt haben. Warum er das Bild von der Kindersegnung gewählt habe, frage ich den Künstler, und nicht das Taufbild, mit dem Generationen evangelischer Christen aufgewachsen seien, nämlich der Taufe Jesu im Jordan ? Warum also nicht im Mittelpunkt der einzelne Mensch, dem mit dem Taufwort "Du bist mein lieber Sohn" Gabe und Aufgabe seines Lebens zugesprochen werden, Sinngebung für die einzelne Existenz, nur das Wort zwischen sich und Gott, sonst nichts?
Sein Fenster antwortet mir mit einem Gegenbild des Lebens: Ob denn nicht unser Leben Gabe und Aufgabe sei, so dass es aus der Form der linken Bildhälfte in die der rechten hinübertrete? Links sehe ich mich hinter den Netzen oder sogar Gittern? meiner Arbeit verborgen. Mein Blick nach vorne wird verdeckt. Aber ist nicht schon eine Bewegung im Gang, die unseren Alltag wie eine Welle durchzieht ? Wohin führen die Gesten der Arme? Im Menschen in der Mitte, im Schnittpunkt des Bildes, findet die Welle ihren Scheitel. Sie kommt zur Ruhe unter seinem einladend ausgestreckten Arm auf der rechten Bildseite. Unter seinem Arm hat sich eine Menschengruppe gesammelt, die auf den gegenüberstehenden Betrachter zukommt. Laufen sie auf mich zu, auf gleicher Ebene wie ich? Bin ich es, der die links begonnene Bewegung zu Ende führt? Sind es meine Schritte, die dem Bild seinen Sinn geben?
Bevor ich den Schritt in das Bildgeschehen ins Reich Gottes tun kann, nötigt mich der Raum um den Taufstein zum Innehalten. Eine Stufe führt hinab. Ich verstehe, dass ich so in die Tiefe der Welt eintauche, wie sie seit Urzeiten veranschaulicht worden ist. So leben wir bis zur Neuschöpfung ein Fisch im Netz, gefährdet und geborgen. Die alte Macht der Flut, Gleichnis für die Zerstörungskraft unserer eigenen Natur, wird gebändigt durch die festen Säulen, die das Wort des Schöpfers dem Weltganzen gibt. Jede Gemeinschaft kann einer dieser festen Knotenpunkte im Netz der Menschheit werden, das verbindet und schützt. Was macht das Netz aus einem Instrument des Jägers, mit dem er seine Beute fängt, zum Halt ? Unser Taufstein, unsere Welt möge offen bleiben für das Symbol des Kreuzes, der Taube und der Lebenssonne!